St. Gregorius

Das Kirchengebäude

Gebäudeform: Wegen der Hanglage des Grundstückes wurde das Gebäude zweigeschossig geplant; im Untergeschoss ein Gemeinschaftstraum (Pfarrheim) und eine kleine Werktagskirche ( s.g. Krypta); im Obergeschoss der Kirchenraum für 400 Sitzplätze. Beide Kirchenräume sind jeweils hinter dem Altar - mit Treppen verbunden. Die Tabernakelstele durchdringt die Geschossdecke und gilt für beide Räume.

Konstruktion: Wände und Decken in Stahlbeton, Außenwände mit Waschbetonplatten verblendet. Dach des Kirchenraumes aus Holzleimbinder.

Planung ab 1962. Entwurf und Ausführungsplanung: Architekt Stefan Leuer, Köln. Kirchweihe am 11. Juni 1967.

Raumidee: Die Kirche ist geostet ( d.h. der Altar ist im Osten, Blickrichtung von West nach Ost), deshalb ist der Kirchenraum vom oberen Kirchplatz (Westen) und die darunter liegende Werktagskirche vom unteren Kirchplatz her erschlossen. Daher ist der Haupteingang von den städtischen Straßen nicht einsichtig – nur der wie ein Schiffsbug aufragende Bau- Körper mit dem mächtigen Turm links und der niedrigen Sakristei bieten sich dem Betrachter dar. 

Der Grundriss des Kirchenraumes besteht aus dem Segment einer Parabel, das am offenen Ende mit einer konkaven Wand, der Eingangswand geschlossen ist. Es gibt also nur zwei senkrechte Raumkanten. Im Brennpunkt der Parabel steht der Altar. Beginnend beim Eingang steigt die Raumdecke bis über den Altar hinaus steil an. Sie macht den Raum zu einem Einheitsraum, der Priester und Altar und die Gemeinde in den vier Bankblöcken verbindet. Der Altarraum ist um vier Stufen erhöht und rückwärts durch eine Brüstung, parallel zur Außenwand abgeschlossen.

Belichtet wird der Raum durch acht Lichtkuppeln über dem Altarraum (indirektes Licht) und wabenförmige Fenster der Eingangswand (direktes Licht). Die Form der Parabel, die in der Architektur eher selten vorkommt, kann in mehrfacher Weise bildlich gedeutet werden:

  • die mathematisch-geometrisch offene Form ist sowohl einladend wie in die Welt strebend
  • aber auch als Überwindung der räumlichen und zeitlichen Geschlossenheit auf Ewigkeit und Transzendenz verweisend
  • schließlich die Konzentration aller reflektierten Strahlen auf einen Punkt (vgl. Parabolspiegel), hier auf den Altar, der Christus symbolisiert.

An den Baukörper von Kirche und Unterkirche schließen im Süden der Glockenturm und im Norden die Sakristei an, ebenfalls parabelförmig aber gegenläufig.

Material des Innenraumes: Betonwände weiß geputzt, Fußboden- und Altarstufen in kühl wirkendem, grau geädertem Marmor; im Gegensatz dazu der warme Ton der Holzdecke in Rotzeder.

Innenraum der Werktagskirche

ALTAR: Material Kupfer, geschweißt und mit Bronze überschmolzen. Das edle Material und die sehr einfache, sich nach oben öffnende Form wirken als Opfer-Geste. Von Albert Sous (1971).

LESEPULT Unterkonstruktion aus Stahlprofilen, mit Kupfer ummantelt, Pultflächen in der Schweißtechnik wie der Altar. Von Albert Sous (1971).

PRIESTERSITZ in einfacher Sesselform in der Stahl-Kupfer Schweißtechnik wie der Ambo. Von Albert Sous (1971).

TABERNAKEL Das Tabernakel (Tresor) ist achteckig, Außenflächen und Türen in Bronze, in Schweißtechnik überschmolzen, innen vergoldet. Es ruht auf einer Rundsäule aus Kupfer-ummantelten Stahlprofilen. Die Säule setzt sich oberhalb des Tabernakels fort, durchdringt die Raumdecke, endet in der darüber gelegenen Pfarrkirche und ist dort Gehäuse für die verwandelten Gaben (s.o.). Grundgedanke dieser Tabernakelform ist, dass das eine eucharistische Sakrament die Gemeinde verbindet, ob sie im kleinen oder großen Kreis feiert. Von Albert Sous 1971.

MARIA MIT KIND Bronzeplastik von Lore Friedrich-Gronau

KARFREITAGSKREUZ Holzkreuz mit Korpus, 18 Jh. ( dient am Karfreitag der Kreuzverehrung).

MARIA UND JOHANNES Holzplastik (56x110 cm) von Josef Zeller. Bei den nebeneinander sitzenden Figuren ist durch die kleinere Körpergröße des Johannes das Mutter-Sohn-Verhältnis ausgedrückt.

PASSIONS-ZYKLUS von Herbert Falken (1995) – 15 Grafiken ( 80 x110 cm). Graphit und Tusche auf Papier auf der gebogenen Rückwand des Kirchenraumes. Die Bilder sind in einem bestimmten Rhythmus (4-3-4-3-1) in Gruppen aufgehängt, z.t. wegen formaler Gemeinsamkeit, z.t. wegen des Sinnzusammenhangs. Die Abfolge wie im „klassischen“ Kreuzweg kann man teilweise ahnen, es sind Illustrationen bzw. vielmehr Mediationen über die Härte des Leidensweges, des Sterbens und – im letzten Bild – über die Vision der Auferstehung (Herbert Falken ist Priester und Maler, er war 10 Jahre Seelsorger in der Gemeinde).

Der Gemeinschaftsraum

Über einen gemeinsamen Windfang betritt man vom unteren Kirchplatz her Werktagskirche und Gemeinschaftsraum. Während diese in den Abmessungen dem darüber liegenden Altarraum entspricht, liegt der Gemeinschaftsraum (mit Nebenräumen) unterhalb des Gemeinderaumes der Kirche. Alle größeren Veranstaltungen (Vorträge, Feste, Begegnungen ) der Gemeinde finden dort statt.

KREUZ von Margot Jolanthe Hemberger vor der mit dunklem Holz verkleideten Eingangswand des Gemeinschaftraumes. Es besteht aus mehreren Schichten farbig gebrannter Gläser, wodurch eine reliefartige plastische Wirkung erzeugt wird. Die starken farbigen Kontraste und die angedeuteten Kreisformen in der obersten Schicht können ( u.a.) für die Vielseitigkeit gemeindlichen Lebens stehen (2002).

Der TURMRAUM auf der Ebene der Pfarrkirche (derzeit genutzt vom Eine-Welt-Laden):

KRUZIFIX Holzplastik von Josef Zeller (1945) Breite 2,50 m, Höhe 4 m . Das monumentale Kreuz wurde nach Ende des zweiten Weltkrieges für die Notkirche (Fabrikhalle) geschaffen und war hinter dem Altar angebracht.

Kirche mit induktiver Höranlage für Hörgeschädigte.
Kirche mit induktiver Höranlage für Hörgeschädigte.
St. Gregorius Außenansicht (c) Bernd Küpper
Eindrücke von St. Gregorius (c) pfarreieigen
Eindrücke von St. Gregorius
Eindrücke von St. Gregorius (c) pfarreieigen
Eindrücke von St. Gregorius
Eindrücke von St. Gregorius (c) pfarreieigen
Eindrücke von St. Gregorius
Eindrücke von St. Gregorius (c) pfarreieigen
Eindrücke von St. Gregorius