Liturgische Texte zu ausgewählten Sonntagen

Bibel (c) pixabay.com

 

Liebe Gemeindemitglieder, in den letzten Wochen hat die Pfarre St. Gregor von Burtscheid nach dem Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie die öffentlichen Gottesdienste wieder aufgenommen. Dennoch möchten wir Sie bitten, vorsichtig auf die Öffnungsmaßnahmen zu reagieren und im Zweifelsfall (vor allem, wenn Sie der Risikogruppe angehören) lieber zu Haus zu bleiben. Auch heute wollen wir Ihnen mit diesen Texten eine Anregung geben, wie Sie zu Hause im engsten Kreis den Sonntag feiern können. Die biblischen Lesungen sind durch Texte der Lektoren und Kommunionhelfer unserer Pfarre ergänzt. So können wir auch in verschiedenen Häusern gemeinsam miteinander den Sonntag feiern.

TEXTE FÜR EINE HÄUSLICHE SONNTAGSFEIER

Häusliche Sonntagsfeier 12.7.2020

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Sehnsucht und Verlorenheit –
Jesus sieht, woran wir leiden.
Er kennt die Leiden der gegenwärtigen Zeit.

Hört also!           … ruft Jesus uns heute eindringlich zu.

Denn das Wort Gottes wird euch befreien
und in Bedrängnis Hoffnung geben.

Jesus spricht aus dem festen Vertrauen,
dass das Wort vom Reich Gottes bewirkt,
wozu es ausgesät wird.

 

Kyrie
Herr Jesus Christus, du Wort Gottes
Kyrie eleison

Herr Jesus Christus, du Sohn des Schöpfers
Christe eleison

Herr Jesus Christus, du Verkünder des Himmelreiches
Kyrie eleison

Gloria: Lied aus dem Gotteslob (z. B.GL170 oder GL411)

 

Gebet

Gott, du bist unser Ziel,
du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit
und führst sie auf den rechten Weg zurück.
Gib allen, die sich Christen nennen, die Kraft,
zu meiden, was diesem Namen widerspricht
und zu tun, was unserem Glauben entspricht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin  zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.

 

Antwortpsalm

Kv Dein Wort, o Herr, fiel auf guten Boden und brachte reiche Frucht. – Kv

Du hast für das Land gesorgt, es getränkt, * es überschüttet mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist voller Wasser, / gedeihen lässt du ihnen das Korn, *
so lässt du das Land gedeihen.
Du hast seine Furchen getränkt, seine Schollen geebnet, *

du machst es weich durch Regen, segnest seine Gewächse.
Du hast das Jahr mit deiner Güte gekrönt, * von Fett triefen deine Spuren.

In der Steppe prangen Auen, * es gürten sich die Höhen mit Jubel.
Die Weiden bekleiden sich mit Herden, / es hüllen sich die Täler in Korn. *
Sie jauchzen, ja, sie singen. – Kv

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom

Schwestern und Brüder!
Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat,
auf Hoffnung hin: Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben,
auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

 

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.
Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja.

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab,
und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!
Da traten die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesajas: Hören sollt ihr, hören und doch nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen und doch nicht einsehen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden. Mit ihren Ohren hören sie schwer und ihre Augen verschließen sie, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen und sich bekehren und ich sie heile.
Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Ihr also, hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Zu jedem Menschen, der das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; bei diesem ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt; er hat aber keine Wurzeln, sondern ist unbeständig; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er sofort zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört, und die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum ersticken es und es bleibt ohne Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt Frucht – hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

 

Impuls

Man muss sich doch darüber klar sein, dass in der Religion die Sprache in einer ganz anderen Weise gebraucht wird als in der Wissenschaft.

Die Sprache der Religion ist mit der Sprache der Dichtung näher verwandt als mit der Sprache der Wissenschaft. …

Wenn in den Religionen aller Zeiten in Bildern und Gleichnissen und Paradoxien gesprochen wird, so kann das kaum etwas anderes bedeuten, als dass es eben keine anderen Möglichkeiten gibt, die Wirklichkeit, die hier gemeint ist, zu ergreifen.

Aber es heißt nicht, dass sie keine echte Wirklichkeit sei.

(Werner Heisenberg, Physiker)

 

Credo: Lied aus dem Gotteslob (z.B.GL800 oder GL808)

Fürbitten
Christus, höre unsere Bitten und Gebete:

So spricht der Herr: Das Wort kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will.
Wir bitten dich, dass wir in Zeiten der Mühe und Prüfung deinem Wort des Trostes und der Verheißung vertrauen können.

Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. 

Wir wissen, dass die gesamte Schöpfung
bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Wir bitten dich, dass wir deinem Geist in uns Raum geben, damit wir die Verantwortung
für deine Schöpfung und unser Leben wahrnehmen können.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.

Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht.
Wir bitten dich, dass dein Wort uns und allen lebenden und verstorbenen Menschen die Zukunft öffnet.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.

Das gewähre uns der allmächtige, dreieinige Gott. Amen.

 

Vaterunser

 

Öffne deinen Mund dem Wort Gottes
Wir sollen mit Herz und Mund allzeit die Weisheit Gottes bedenken.
Reden wir also vom Herrn Jesus; denn er ist die Weisheit, er ist das Wort: Gottes Wort.
Denn das steht geschrieben: Öffne deinen Mund für das Wort Gottes!
Ihn atmet, wer seine Worte wiedergibt und seine Reden bedenkt.
Wenn wir von Weisheit reden: er ist es.
Reden wir von Tugend: er ist es.
Reden wir von Gerechtigkeit: er ist es.
Sprechen wir von Frieden: er ist es.
Und er ist es auch, wenn wir von Wahrheit, Leben und Erlösung reden.
Es steht in der Heiligen Schrift: Öffne deinen Mund für das Wort Gottes!
Du öffne, er spricht.

(Ambrosius von Mailand, Kirchenlehrer, + 397)

Gebet
Gott, sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist.
Lass uns in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Texte des 15. Sonntags im Jahreskreis, 12.7.2020, Lesejahr A:
Jes 55,10-11; Ps 65; Röm 8,18-23; Mt 13,1-23
Lektorentexte: Ruth Quarch, Marie-Theres Rueben