Liturgische Texte zu ausgewählten Sonntagen

Bibel (c) pixabay.com

 

Liebe Gemeindemitglieder, in den letzten Wochen hat die Pfarre St. Gregor von Burtscheid nach dem Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie die öffentlichen Gottesdienste wieder aufgenommen. Dennoch möchten wir Sie bitten, vorsichtig auf die Öffnungsmaßnahmen zu reagieren und im Zweifelsfall (vor allem, wenn Sie der Risikogruppe angehören) lieber zu Haus zu bleiben. Auch heute wollen wir Ihnen mit diesen Texten eine Anregung geben, wie Sie zu Hause im engsten Kreis den Sonntag feiern können. Die biblischen Lesungen sind durch Texte der Lektoren und Kommunionhelfer unserer Pfarre ergänzt. So können wir auch in verschiedenen Häusern gemeinsam miteinander den Sonntag feiern.

TEXTE FÜR EINE HÄUSLICHE SONNTAGSFEIER

 

Häusliche Sonntagsfeier zum 26. Sonntag im Jahreskreis am 27. September 2020

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Einleitung

Vom heiligen Augustinus kennen wir das bekannte Zitat: Viele, die drinnen sind, sind draußen und viele, die draußen sind, sind drinnen.

Viele Menschen , die scheinbar draußen sind, sind aber dank ihres Lebens und Engagements tatsächlich drinnen, ohne das recht zu merken.

Andere, die sich als drinnen bezeichnen, können sich dagegen mit ihrer Lebenspraxis als draußen erweisen.

 

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du rufst uns in deine Nachfolge.

Herr, erbarme dich.

Du schenkst uns die Kraft zur Umkehr.

Christus, erbarme dich.

Du gibst uns die Freiheit, uns für dich zu entscheiden.

Herr, erbarme dich.

 

Gloria       Lied GL 169   Gloria, Ehre sei Gott

 

1. Lesung   Ez 18,25-28

So spricht der Herr: Ihr sagt: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Weg soll nicht richtig sein? Sind es nicht eure Wege, die nicht richtig sind?

Wenn ein Gerechter sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.

Wenn ein Schuldiger von dem Unrecht umkehrt, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.

Wenn er alle seine Vergehen, die er verübt hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

 

Antwortpsalm Ps 25,4–5.6–7.8–9

Zeige mir, Herr, deine Wege,

       lehre mich deine Pfade!

Führe mich in deiner Treue und lehre mich,/

denn du bist der Gott meines Heiles.

      Auf dich hoffe ich allezeit.

Denk an dein Erbarmen, Herr,/

und an die Taten deiner Huld;

      denn sie bestehen seit Ewigkeit.

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel!

      In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.

Gut und gerecht ist der Herr,

      darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht,

      die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

 

2. Lesung Phil 2,1-11

Schwestern und Brüder! Wenn es eine Ermahnung in Christus gibt, einen Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, ein Erbarmen und Mitgefühl, dann macht meine Freude vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig, einträchtig, dass ihr nichts aus Streitsucht und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst.

Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.

Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

Evangelium Mt 21, 28- 32

In jener Zeit

   sprach Jesus zu den Hohepriestern

   und den Ältesten des Volkes:

Was meint ihr?

Ein Mann hatte zwei Söhne.

Er ging zum ersten

   und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!

Er antwortete: Ich will nicht.

   Später aber reute es ihn und er ging hinaus.

Da wandte er sich an den zweiten

   und sagte zu ihm dasselbe.

Dieser antwortete: Ja, Herr –

   und ging nicht hin.

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?

Sie antworteten: Der erste.

Da sagte Jesus zu ihnen:

   Amen, ich sage euch:

Die Zöllner und die Dirnen

   gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.

Denn Johannes ist zu euch gekommen

   auf dem Weg der Gerechtigkeit

und ihr habt ihm nicht geglaubt;

aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt.

Ihr habt es gesehen

und doch habt ihr nicht bereut

   und ihm nicht geglaubt.

 

Impuls

Ein Gleichnis, das erleichtert. Natürlich kennen wir gute Vorsätze, forsche Lippenbekenntnisse und heiße Luft.

Genauso wie ein Nein, das besser ein Ja gewesen wäre.

Wie gut, dass es immer wieder Gottes Einladung gibt, Mitarbeiter zu werden in seinem Weinberg, sogar als ungelernte Kraft, auch nach Fehlschlägen und Irrwegen.

Umkehr ist nicht nur erlaubt, sondern gewollt.

 

Credo               Lied   GL 801     Ich glaube Herr, dass du es bist

 

Fürbittgebet

Zeig mir die Stelle, wo ich hingehöre.

Lasse mich arbeiten im Weinberg.

 

Wart nicht lange, schick mich als deinen Diener aus.

Dein Ruf hole mich aus dem Schweigen.

 

Zeig mir die Arbeit, die sich tut auch ohne Lohn,

den Handgriff, der nahe liegt und leichtfällt.

 

Zeig mir den Weinberg, nicht drüben den.

Drüben weiß ich ihn schon.

 

Zeig ihn mir hier.

Vor meinen Händen.

 

Guter Gott, wir bitten dich um Offenheit, Bereitschaft und Mut,

in deinem Weinberg mitanzupacken. Amen.

(nach Ernst Eggimann)

 

Vaterunser

 

Text

Als ich kam,

um dich zu kränken,

da war ich dir am nächsten –

auch wenn ich es nicht wusste.

 

Als ich gegen dich kämpfte

und unterlag,

da erkannte ich dich endlich

als meinen Herrn und Meister.

 

Rebellisch löschte ich das Licht

in meinem Haus aus –

 

und dein Himmel

überraschte mich mit seinen Sternen.

 

Rabindranath Tagore ( 1861 – 1941)

 

Gebet

Gott, du machst uns stark, für dich zu leben und zu arbeiten. Du traust uns zu, uns für dich zu regen und zu bewegen. Du machst uns würdig, in deinen Dienst zu treten. Dein Ja zu uns, dein Vertrauen in unsere Stärke treibt uns an, doch nicht auszuweichen, doch nicht aufzugeben, doch noch mitzumachen in deinem Team für das gedeihliche Bestellen deines

Weinbergs. Amen.

 

Segen

Gott, sei du heute über uns, um uns zu behüten.

Sei neben uns, um uns zu geleiten.

Sei hinter uns, um uns zum Guten anzutreiben.

Sei du unser Segen in jedem Augenblick.

Im Namen des Vaters

und des Sohnes

und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

Gefunden in Te Deum 10/2014, 10/2017

Claudia Langner, Beata Steffens- Tölke