Liturgische Texte zu ausgewählten Sonntagen

Bibel (c) pixabay.com

 

Liebe Gemeindemitglieder, die Pfarre St. Gregor von Burtscheid hat nach dem Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie die öffentlichen Gottesdienste wieder aufgenommen. Dennoch möchten wir Sie bitten, vorsichtig auf die Öffnungsmaßnahmen zu reagieren und im Zweifelsfall (vor allem, wenn Sie der Risikogruppe angehören) lieber zu Haus zu bleiben. Auf dieser Homepageseite finden Sie Texte, die eine Anregung geben, wie Sie zu Hause im engsten Kreis den Sonntag feiern können. Die biblischen Lesungen sind durch Texte der Lektoren und Kommunionhelfer unserer Pfarre ergänzt. So können wir auch in verschiedenen Häusern gemeinsam miteinander den Sonntag feiern. Die Texte stehen Ihnen auch als Download und somit zum Ausdrucken zur Verfügung.

TEXTE FÜR EINE HÄUSLICHE SONNTAGSFEIER

 

Häusliche Sonntagsfeier zum ersten Adventssonntag am 29. November 2020

(Texte des ersten Adventssonntages 2020, Lesejahr B: Jes 63,16b-17.19b; 64, 3-7; Ps 80; 1 Kor 1,3-9; Mk13,33-37 oder Mk 13,24-37)

 

 

Wir beginnen diese Feier zum Ersten Adventssonntag

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


Zur Einleitung


Seid wachsam, heißt es täglich in den Medien, wenn es darum geht, gesund durch die Gefahren der Pandemie zu kommen.
Seid wachsam, heißt es im Evangelium, denn wir wissen nicht, wann Er kommt. 

Wachsam sein, bedeutet Augen und Ohren zu öffnen, um zu sehen und zu hören, was uns schaden kann.
Wachsam sein bedeutet aber aber auch, aufmerksam sein für das, was für uns wichtig ist.
Und nicht zuletzt: sensibel sein für diejenigen, die uns brauchen und uns am Herzen liegen.

Gerade in dieser Zeit.


Kyrie

Wir beginnen mit großer Hoffnung eine neue Zeit, eine Zeit mit dir.
Begleite uns in dieser Vorbereitung, die wir in diesem Jahr ganz neu gestalten müssen und können.
Herr, erbarme dich.

Wir brechen auf, doch der Weg ist beschwerlich. 
Zeige uns dein Gesicht im Gesicht unserer Mitmenschen und lass uns so deine Nähe spüren.
Christus, erbarme dich.

Wir wollen wachsam sein, und ermüden doch so schnell.
Schenke uns Kraft, deinen Frieden und deine Treue.
Herr, erbarme dich.


Tagesgebet

Herr, unser Gott,
alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit
Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe
auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.


Erste Lesung

Reiß doch den Himmel auf, und komm herab!

Lesung aus dem Buch Jesaja

Du, Herr, bist unser Vater, „Unser Erlöser von jeher“ wirst du genannt.
Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind.
Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir.
Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen.
Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken über deine Wege. Ja, du warst zornig; denn wir haben gegen dich gesündigt, von Urzeit an sind wir treulos geworden.
Wie unreine Menschen sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind.
Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen.
Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.

 
Antwortpsalm

R Richte uns wieder auf, o Gott, lass dein Angesicht leuchten, dann sind wir gerettet. - R

Du Hirte Israels, höre!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine!
Biete deine gewaltige Macht auf,
und komm uns zu Hilfe! - (R)
Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu!
Blick vom Himmel herab, und sieh auf uns!
Sorge für diesen Weinstock
und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat. - (R)
Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten,
den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.
Erhalt uns am Leben!
Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen. - R

 
Zweite Lesung
Wir warten auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus


Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde,
dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis.
Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt,
so dass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn, wartet.
Er wird euch auch festigen bis ans Ende, so dass ihr schuldlos dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn.
Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

 
Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.
Erweise uns, Herr, deine Huld,
und gewähre uns dein Heil!
Halleluja.

Evangelium
Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Gedanken zum Evangelium

Wir haben noch Zeit, glauben wir. 

 

Bis zur nächsten Prüfung einige Tage.

Bis zum Weihnachtsfest etwa vier Wochen.

Für unser Leben noch viele Jahre.

Denken wir, hoffen wir.

Aber wer weiß, ob wir richtig zu zählen vermögen.

 

Unser Leben ist immer hier und jetzt.

Unsere Chance, unsere Reue, unsere Umkehr ist immer hier und jetzt.

Heute kann ich mich entschuldigen.

Heute kann ich beten oder wenigstens still werden.

Heute kann ich einen Brief schreiben, ein Päckchen packen oder das tun, was ich mir für übermorgen vorgenommen habe.

Unser Glück ist hier und jetzt, wenn wir wachsam sind.

 

Unser Advent beginnt. 

Und er wird so gut und so reich sein, wie wir ihm täglich eine Chance geben.

 

 

Credo: Gotteslob 806 Wenn Glaube bei uns einzieht ...


Fürbitten

 

Wir leben in einer besonderen Zeit. Es ist Advent. Und es ist durch die Pandemie eine Zeit mit Einschränkungen.

Wir bitten für alle, die dies besonders zu spüren bekommen.

 

Pflegefachkräfte und Mediziner*innen, Mitarbeiter*innen in den Gesundheitsämtern, Lehrer*innen und Erzieher*innen arbeiten unter hohen Belastungen und großen Gefahren.

Schenke ihnen Schutz, Kraft und Entlastung. 

Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Die Senior*innen und Kinder sind von den Ausnahmeregelungen besonders betroffen. Ihr Alltag ist eingeschränkt und auf alle Fälle weit entfernt von dem, was wir als normal bisher empfunden haben. 

Schenke ihnen Möglichkeiten, sich zu entfalten und notwendige Kontakte der Begegnung.

Wir bitten dich, erhöre uns.

 

So sehr die Pandemie uns hier betrifft, sind wir doch in Deutschland noch gut versorgt und betreut. Lass uns in dieser Zeit unser Mitgefühl und unsere Hilfe für die Schwächeren, für Flüchtlinge und die Notleidenden in anderen Gesellschaften und Ländern nicht kleiner werden. 

Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Menschen sind in der Lage, gerade auch in der Not und Katastrophe, ihre Fähigkeiten, Gestaltungsmöglichkeiten, Geduld und Phantasie zu entwickeln. Schenke uns Zutrauen und Mut, unsere Begabungen zu nutzen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Wohlstand und Sicherheit lassen uns manches selbstverständlich hinnehmen. Wir wollen wachsam sein für die Gefahren und Anforderungen der Gegenwart und Zukunft.

Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Advent ist eine Zeit des Wartens, der Umkehr und der Erneuerung. Eine Zeit der Weihnachtsvorbereitung, eine Zeit für Familie und Freund*innen. Eine Zeit des Wünschens und des Schenkens. Eine Zeit, Licht in das Dunkel zu bringen. Hilf uns, trotz aller Widrigkeiten, diesen Advent gut und schön zu gestalten. Lebensfreude ist immer stärker als das, was uns im Weg steht. Und diese Lebensfreude möchten wir weitergeben.

Wir bitten dich, erhöre uns.

 

 

Vaterunser


Gebet zum Abschluss

 

augen auf und durch

 

wir müssen den trott verlassen

wir werden wachgerüttelt

gesundheit ist nicht selbstverständlich

familientreffen sind vielleicht möglich, aber nicht sicher

reisen nicht mehr üblich

die welt scheint kleiner zu werden

 

arbeitsplätze sind gefährdet

finanzielle einbußen für manche schon wirklichkeit

nachbarn haben wir seit langem nicht gesehen

in gottesdiensten summen wir 

vorsichtig hinter der maske

 

wir müssen schon genau hinsehen

was ist überhaupt möglich

von dem, was uns selbstverständlich erschien

wie kann ich das tun, was ich gerne tue

sport, musik, freundschaften pflegen

 

wie erreiche ich andere

flucht und gewalt gibt es ja immer noch 

ungerechtigkeit, klima und umwelt bleiben ein thema

 

wir lernen gerade ganz neu

besonders wachsam zu sein 

 

 

Segen

 

Wir stellen unsere Adventszeit unter seinen Schutz.

Er begleite und behüte uns:

Im Namen des Vaters und Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 


Lektorentexte: Mechthild Hüsch