Liturgische Texte zu ausgewählten Sonntagen

Bibel (c) pixabay.com

 

Liebe Gemeindemitglieder, die Pfarre St. Gregor von Burtscheid hat nach dem Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie die öffentlichen Gottesdienste wieder aufgenommen. Dennoch möchten wir Sie bitten, vorsichtig auf die Öffnungsmaßnahmen zu reagieren und im Zweifelsfall (vor allem, wenn Sie der Risikogruppe angehören) lieber zu Haus zu bleiben. Auf dieser Homepageseite finden Sie Texte, die eine Anregung geben, wie Sie zu Hause im engsten Kreis den Sonntag feiern können. Die biblischen Lesungen sind durch Texte der Lektoren und Kommunionhelfer unserer Pfarre ergänzt. So können wir auch in verschiedenen Häusern gemeinsam miteinander den Sonntag feiern. Die Texte stehen Ihnen auch als Download und somit zum Ausdrucken zur Verfügung.

TEXTE FÜR EINE HÄUSLICHE SONNTAGSFEIER

2. Fastensonntag am 28.02.2021

 

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. +

Einführung

Es gibt sie, die Höhepunkte im Leben – voller Erkenntnis und Klarheit, in denen unsere Liebe und unser Glauben gestärkt werden können, in denen wir auftanken und uns Kraft zukommt. Sie machen uns das Vertrauen leicht.
Doch wir können sie nicht festhalten.

Aber es gibt auch sie, die Tiefpunkte im Leben - voller Zweifel und Unglaube, in denen der Boden und alle Sicherheiten schwanken, in denen unsere Energien nicht auszureichen scheinen. Da fällt das Vertrauen schwerer.                                                                                     
Doch wir dürfen sie loslassen.

Es sind auch die Zeiten dazwischen - der ganz normale Alltag -, in denen wir manchmal spüren können, dass ER da ist und an uns wirkt.
Wir werden ihn auch dann wahrnehmen.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus, du bist die Liebe, der ich vertrauen will.

Herr Jesus Christus, du bist der Grund, aus dem ich leben will.

Herr Jesus Christus, du bist die Stimme, deren Wort ich hören will.

 

Tagesgebet

Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören. Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

 

Lied GL  804  Manchmal kennen wir Gottes Willen

 

1.Lesung: Gen 22,1- 2.9a. 10- 13.15- 18

Lesung aus dem Buch Genesis:

In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er sagte: Hier bin ich. 2 Er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Ísaak, geh in das Land Moríja und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar!
9a Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, 10 Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sagte: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.

 

Anwortpsalm Ps 116

Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden.

Ich glaube – auch wenn ich sagen muss: Ich bin tief erniedrigt!

Kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod seiner Frommen.

Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd!

Gelöst hast du meine Fesseln.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen, ausrufen will ich den Namen des Herren.

Meine Gelübde will ich dem Herrn erfüllen in Gegenwart seines ganzen Volkes, in den Höfen des Hauses des Herrn, in deiner Mitte Jerusalem.

 

2.Lesung Röm 8,31b -34

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Brüder! 31b Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? 32 Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte r uns mit ihm nicht alles schenken? 33 Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. 34 Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: Der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.

 

Ruf vor dem Evangelium

Lob dir, Christus, König und Erlöser! Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters: Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Lob dir, Christus, König und Erlöster!

 

Evangelium: Mk 9,2- 10

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie alleine. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagt zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke. Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von der Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

 

Gedanken zum Evangelium

Der Augenblick der Verklärung ist eine gewaltige Erfahrung des Glaubens, es ist ein Moment tiefen Verstehens und Spürens von Gottes Nähe.

Aber dieser Augenblick ist nicht von Dauer. Wir können auf dem Berg der Verklärung keine Hütten bauen. Wir müssen wieder hinabsteigen vom Berg auf die Wege des Alltags. Die Faszination des Augenblicks wirkt nicht auf ewig. Wie lange können wir uns von der Begeisterung mitreißen lassen? Es bleibt uns nicht erspart, uns immer wieder mit dem Alltäglichen auseinander zu setzen mit Leid, Fragen und Zweifel, mit Angst und Schwierigkeiten.

Dass der Weg zur Herrlichkeit Gottes zunächst vom Berg nach unten führt, das ist und bleibt eine Herausforderung - nicht nur für Petrus. Es sind doch auch die eigenen Geschichten mit Gott, die von unseren Erfahrungen erzählen, von den Bergen und Tälern, von den Höhen und Tiefen, die wir durchleben. Sie sind ebenso wichtig und wert, weiter erzählt zu werden.

Und woran können wir uns halten? Was uns bleibt ist das Wort Gottes, das in Jesus Christus Mensch geworden ist. Auf ihn sollen wir hören. Darauf dürfen wir vertrauen, auch wenn immer Fragen bleiben.

„….wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.“ (Rilke)

 

Credo       Lied GL 806 Wenn der Glaube bei uns einzieht                                                                                                                                                                                                                                                                                         

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, im Glauben an deine Auferstehung gewinnen wir mehr und mehr an Vertrauen.

Liedruf GL 364 Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus meine Zuversicht, auf dich vertraue ich und fürcht mich nicht, auf dich vertraue ich und fürcht mich nicht.

Sei Hoffnung allen, die schwer erkrankt sind.

Sei Freude allen, die traurig, niedergeschlagen und deprimiert sind.

Sei Stärke allen, die sich für eine gerechte Welt einsetzen.

Sei Licht allen, die verzweifelt sind.

  

Vater unser

 

Text

Wir wollen Hütten bauen

Wir wollen Hütten bauen
dem Wunder Wohnung geben
vielleicht kommen dann
die Toten zurück.

Wir wollen Hütten bauen
wie um die  Liebe
in Fesseln zu  legen
und ahnen dass es ihr Tod ist.

Wir wollen Hütten bauen
weil das sicherer scheint
als schwindendes Licht
und verklingende Stimme.

Wir wollen Hütten bauen
für den Fall aller Fälle.
Fern scheint uns Erdenmenschen
die Heimat des Himmels.

Wie müsste das Wort lauten -
das Zeichen aussehen -
damit wir der Verheißung trauen
und unterwegs bleiben?                                Sonja Grolig

 

Lied  GL 363 : 

1.Herr, nimm auch uns zum Tabor mit, um uns dein Licht zu zeigen!

Lass unsere Hoffnung Schritt für Schritt mit uns zu Gott aufsteigen.

Du wirst auch uns verklären, Herr der Herren.

2.Lass leuchten deine Herrlichkeit, von der die Seher künden!

Mach uns für Gottes reich bereit, wo alle Mühen münden. Kv

3.Dann geh mit uns vom Berg hinab ins Tal der Alltagssorgen

Und sei uns Weg und Wanderstab durchs Kreuz zum Ostermorgen. Kv

 

Segen

Guter Gott, gerade an Tagen, die mir schwerfallen, in Stunden, die mich innerlich niederdrücken und die mir alles abverlangen, da will ich mich an dein rettendes Wirken aus anderen Zeiten erinnern.

So segne uns, guter Gott,                                                                                                                        
+ im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.+

 

Text: Claudia Langner und Sabine Raatschen Quelle: Laacher Messbuch 2018/2021