... auch Wieverfastelovend, Fettdonnerstag, Weiberfasnet, Weiberfasching oder Altweiber genannt, ist der Donnerstag vor Aschermittwoch. Er markiert den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval.
Gemein ist allen Bräuchen zur Weiberfastnacht, dass den Frauen für einen Tag (!) das Regiment überlassen wird. Diese Idee gibt es seit dem Mittelalter. Als die Frauen den Männern in allem untergeordnet waren, galt es als „verkehrte Welt“, wenn den Frauen die Macht zugestanden wurde.
Traditionell verkleideten und maskierten sich die Frauen, überließen den Männern Haushalt und Kinder und feierten unter sich. Aus dieser Tradition heraus gründeten sie die Möhnenvereine, in denen sie - teils bis heute - verkleidet in manchen Städten das Rathaus stürmten und so die Übernahme der Macht symbolisierten. Dieser Möhnensturm wird von dem gegenseitigen Abziehen der Tücher und Hüte vom Kopf begleitet. Man war nicht mehr "unter der Haube" und konnte sich mehr Freiheiten erlauben.
Obwohl sich die Zeiten doch ziemlich verändert haben, kann dieser Tag uns daran erinnern, uns nicht unterdrücken und bevormunden zu lassen, sondern unsere Rechte wahrzunehmen, das Leben zu gestalten und für Freiheit einzutreten.
Der Karneval dominiert in diesen Tagen das Bild der Städte bei uns im Rheinland und darüber hinaus. Es wird gefeiert, getanzt, gesungen und gebützt, bevor am Aschermittwoch die fünfte Jahreszeit vorbei ist.
Auf den ersten Blick wirkt es, als hätte das heitere Treiben nicht viel mit Gott zu tun, doch die Tradition hat christliche Wurzeln. Karneval beschreibt die Vorfastenzeit im Christentum. Übersetzt aus dem Lateinischen von carnelevarium, wird es von carnem (das Fleisch) und levare (wegnehmen, mindern, erleichtern) hergeleitet. Es ist die Zeit, bevor das Fleisch vom Teller verschwindet.
Karneval und die Fastenzeit: Das duale Denken prägte die Jahrhunderte. Während in der Karnevalszeit die Sau – im wahrsten Sinne des Wortes – rausgelassen und geschlachtet wurde, so war die Fastenzeit von Enthaltsamkeit geprägt. Gemeinsam wurden während des Karnevals die Speisen verzehrt, die die 40 Tage darauf verboten waren. Eine bewusste Handlung, um die Umkehr von Überfluss zu Verzicht zu begehen.
Wir feiern das Fest, wir tanzen den Tanz, wir singen und schunkeln Tag und Nacht.
Die Fröhlichkeit hat uns erfasst, wir werden in den Strudel gezogen, Spaß und Frohsinn haben uns angesteckt, Menschen, die wir nie kannten, lachen uns zu.
Für ein paar Tage entfliehen wir dem Alltag und Elend.
Masken tarnen oder enttarnen uns.
Wir lassen die Phantasie spielen, „verwandeln“ uns, leben für kurze Zeit einen Traum.
Gott, wir danken Dir!
Wie leicht sind diese Tage:
Wir begegnen Prinzessinnen, Feen, Clowns,… und im Bus sitzt neben uns vielleicht ein kleiner Bär.
Die Poesie lockt uns, und die Phantasie belebt uns.
Da ist Bewegung und Musik, und sie nehmen uns mit und machen unser Leben weit.
Wir danken Dir, dass wir das Glück erleben dürfen, aufzuleben, mitzusingen, zu lachen und zu tanzen, fröhlich zu sein.
Guter Gott, verwirkliche in uns allen Deinen Traum von einer besseren Welt!