Wer singt, betet doppelt

(c) Martina Wirtz
Datum:
Do. 2. Juli 2026
Von:
Martina Wirtz

 

Musik berührt tiefe Emotionen, und zugegeben, es sind oft wunderbare Melodien. Doch findet sich in vielen Liedern des Gotteslobs, die immer noch gesungen werden, ein bizarres Bild von Gott. Leider besonders in den Liedern zu Ostern und im Advent.
Ein Gott, der den Himmel verschlossen hat, "bis der Heiland trat hervor" (GL 747), ein Gott, der sogar mit "Schloß und Riegel " (GL 231) das Tor sichert, damit keiner hinein kommt. Es braucht laut Liedtext  den Tod Jesu und dessen "Seite, die geöffnet war" und sich "als Himmelspforte " zeigt (GL 337).
Erst durch Jesu "Blute, gereinigt von Schuld" können wir uns "wieder der göttlichen Huld" erfreuen  (762), die uns anscheinend vorher versagt war. Braucht Gott das "Lamm auf der Schlachtbank" (GL 292), um sich mit den Menschen zu versöhnen?
Jesus zeigt uns einen anderen Gott, einen Gott, der wie im Gleichnis vom barmherzigen Vater ohne Opfer, ohne Vorbedingung, ohne Wenn und Aber liebt und den Himmel nie verschlossen hat. Wie schön wäre es, im Gottesdienst von diesem Gott zu singen.