In jener Zeit,
als Jesus die vielen Menschen sah,
hatte er Mitleid mit ihnen;
denn sie waren müde und erschöpft
wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich
und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben
und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind:
an erster Stelle Simon, genannt Petrus,
und sein Bruder Andreas,
dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus,
und sein Bruder Johannes,
Philíppus und Bartholomäus,
Thomas und Matthäus, der Zöllner,
Jakobus, der Sohn des Alphäus,
und Thaddäus,
Simon Kananäus und Judas Iskáriot,
der ihn ausgeliefert hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus
und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden
und betretet keine Stadt der Samaríter,
sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!
Heilt Kranke,
weckt Tote auf,
macht Aussätzige rein,
treibt Dämonen aus!
Umsonst habt ihr empfangen,
umsonst sollt ihr geben.
Wirkung
Was heißt es, wenn Jesus Mitleid mit den vielen müden und erschöpften Menschen hat? Was erschöpft diese Menschen damals und was erschöpft die Menschen heute?
Wenn ich von mir ausgehe, ist es die Ratlosigkeit gegenüber den vielen komplexen Problemen und Krisen, die unsere Welt momentan erschüttern.
Wo soll ich als einzelne Person anfangen? Kann ich überhaupt etwas bewirken?
Jesus sendet 12 Menschen aus, um dem Leid in seiner Welt zu begegnen. Was können denn 12 Menschen bewirken?
Die Welt verändern können sie nicht, aber in der persönlichen Begegnung mit anderen Menschen („Heilt Kranke ….“) kann etwas geschehen. Menschen, die sich gesehen und angenommen fühlen, können zu Multiplikatoren werden: „Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“
Meine Hoffnung in diesem Sinne wäre dann, dass kleine Anstöße doch etwas bewirken und diese Wirkung sich ausweiten kann, so wie es in dem Lied: „Ins Wasser fällt ein Stein …“ beschrieben wird.
© Beata Steffens-Tölke