Die Corpus Clock in Cambridge, die 2008 von dem berühmten Physiker Stephen Hawking enthüllt wurde, ist seither eine beliebte Touristenattraktion.
Die Uhr besitzt weder Zeiger noch ein klassisches Ziffernblatt. Stattdessen wird die Zeit durch drei konzentrische, rotierende Metallringe angezeigt, in die Schlitze eingelassen sind. Dahinter leuchten blaue LEDs, die Stunden, Minuten und Sekunden sichtbar machen.
Oben auf der Uhr thront eine unheimliche Kreatur, die an eine Heuschrecke oder einen Drachen erinnert: der Chronophage (Zeitfresser). Dieses Wesen schließt seinen Mund im Takt des Pendels und stellt so bildlich dar, wie die Zeit „gefressen“ wird. Am Sockel erinnert ein Satz aus dem 1. Johannesbrief an diesen Kreislauf: „Mundus transit“ – Die Welt vergeht.
Passend dazu läuft der Mechanismus der Uhr absichtlich unregelmäßig; sie beschleunigt und verlangsamt sich phasenweise, was die philosophische Idee symbolisieren soll, dass unsere Wahrnehmung von Zeit relativ und subjektiv ist.
Wie oft rasen wir im Alltag von Termin zu Termin und haben das Gefühl, die Zeit frisst uns auf?
Oder aber wir warten ungeduldig auf etwas und die Zeit vergeht uns viel zu langsam?
Als Christinnen und Christen dürfen wir darauf vertrauen: „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Ps 31,16). Gott hat uns die Zeit anvertraut, damit wir sie mit Sinn, Liebe und Vertrauen füllen.
Halte heute einmal inne und frage dich ganz bewusst: Welcher Augenblick wartet heute darauf, von mir mit Dankbarkeit und Aufmerksamkeit gefüllt zu werden?