Herrlichkeit Gottes

Berg_Tabor Verklärungsbasilika Foto von Berthold Werner .jpg (c) Berthold Werner
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Datum:
Do. 6. Aug. 2026
Von:
Sr. Rosina Sallinger

Fest der Verklärung des Herrn   Mt. 17,1-9

„Hast du schon die Herrlichkeit Gottes gesehen?“

Diese Worte wurden auf einer selbstgezeichneten Postkarte einer jungen

Krankenschwesterkollegin nach ihrem Ableben gefunden. Eine lebensfrohe,

stets gut gelaunte Frau, allen freundlich, offen und herzlich zugewandt.

Manchmal wirkte ihre Art auf mich zu euphorisch.

Ich hatte einige Tage frei. Als ich zurückkam las ich den Aushang: „Gebetsstunde für verstorbene Karin … „. Ich war wie benommen. Das ging nicht in meinen Kopf.

Und doch: Sie hatte sich das Leben genommen. Für alle, die sie kannten, kaum

vorstellbar. Ein lebensbejahender junger Mensch! Wie kann das sein?

Welche Sehnsucht versteckte sich hinter ihrer überfreundlichen Ausstrahlung?

Durch Kontakt zu einer freikirchlichen Gemeinde ließ sie die Begeisterung und

Freude am Glauben, an Jesus Christus spüren.

Mich begleitet die Frage, was ihre Sehnsucht so stark gemacht hat, um selbst

Hinüberschauen zu wollen. Damit verbunden bei ihrer Beerdigung in einem

Video inmitten von Hochhäusern, ihrer Wohnsiedlung, der Text als Frage:

„Gott, wo bist du?“

Eine Suchende mit großer Sehnsucht nach Gott.

 

„Hast du schon die Herrlichkeit Gottes gesehen?“

„Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte

sie auf einen hohen Berg und er wurde vor ihren Augen verwandelt.“

Diese Jünger allein hatten das Privileg, Jesus in verklärter Gestalt in Herrlichkeit

zu sehen. Dieser Anblick hatte sie verändert.

Wir können es nicht „zur Probe“ einfach so mal ausprobieren.

Und doch möchte der Mensch, möchten wir oft gerne bestätigt wissen, wie es

„drüben“ sein wird. Es bleibt uns verborgen; jedoch die Sehnsucht danach

dürfen wir wachhalten.

 

Sr. Rosina Sallinger