In diesem Jahr jährt sich der Todestag von Paul Gerhardt zum 350. Mal
Er hat in seinem Leben viel erlitten, den 30-jährigen Krieg, den frühen Tod seiner Eltern sowie das massenhafte Sterben durch die Pest.
Und trotzdem ist der evangelisch-lutherische Theologe einer der berühmtesten deutschsprachigen Dichter von Kirchenliedern geworden.
Das Bekannteste unter ihnen ist sicher „Geh aus mein Herz ……“ , ein Sommergesang in 15 Strophen, geprägt von der irdischen Freude über die Gaben der Schöpfung sowie im zweiten Teil von der himmlischen Vorfreude auf das Paradies.
Für mich ein wahrer Herzöffner!
1.
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerszeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
7.
Der Weizen wächset mit Gewalt;
darüber jauchzet jung und alt
und rühmt die große Güte
des, der so überfließend labt
und mit so manchem Gut begabt
das menschliche Gemüte,
das menschliche Gemüte.
8.
Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.
15.
Erwähle mich zum Paradeis
und lass mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen,
hier und dort ewig dienen.
Text: Paul Gerhardt (1653)