Die Fäden eines Spinnennetzes sind hauchdünn und wirken zerbrechlich. Doch das Netz ist reißfest elastisch. Es trotzt Wind und Wetter, indem es nachgibt, ohne zu reißen.
Die Spinne sitzt oft stundenlang völlig regungslos in der Mitte ihres Kunstwerks. Sie läuft nicht hektisch umher, sondern wartet vertrauensvoll darauf, dass das Netz seine Aufgabe erfüllt.
Wird ein Spinnennetz durch den Wind, den Regen oder einen unachtsamen Schritt zerstört, verzweifelt die Spinne nicht. Sie beginnt am nächsten Morgen ruhig und beharrlich von vorn und webt ein neues Meisterwerk.
Besonders im Herbst, wenn der Morgentau oder der Reif sich auf den Fäden absetzt, wird das Netz für kurze Zeit zu einem funkelnden Kunstwerk. Sobald die Sonne höher steht, schmilzt der Tau, und das Netz wird wieder fast unsichtbar.