Eine Legende vom heiligen Nikolaus erzählt, dass er ein Treffen mit Gott versäumt, weil er auf seinem Weg dorthin einen Bauern traf, der mit seinem Karren im Schlamm steckengeblieben war. Das vorgegebene Stell-dich-ein mit Gott, die Gelegenheit, Gott selbst zu begegnen, verpasste er. In dem Moment war ihm die Hilfe für den Bauern mit seinem im Schlamm steckenden Fuhrwerk wichtiger.
Verpasste er da wirklich ein Treffen mit Gott, oder war nicht die Hilfe für den Bauern das eigentliche Treffen mit Gott? Denn Gott sagt zu uns Christen: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben. Das ist das erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Zwei gleichgewichtige Gebote! Weiterhin heißt es: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!
Nikolaus handelt also ganz im Sinne Gottes. Er hilft aus Liebe zu seinem Nächsten. Ich wünsche uns, dass auch wir in der Lage sind, diese Liebe zu Gott und unseren Nächsten zu leben.