Durch das neue Buch der Aachener Theologin Dr. Annette Jantzen ( „Die ignorierten Frauen der Bibel: Was im Gottesdienst nicht gelesen wird“ ) bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die Leseordnung unserer Gottesdienste ganz viele Bibelstellen auslässt bzw. auch wichtige Aspekte aus dem Leben vieler Frauen gar nicht vorkommen lässt.
Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass es die kanaanitische Frau in den Kanon geschafft hat. Sie lässt Jesus zunächst nicht in einem sehr vorteilhaften Licht erscheinen. Er will erst einmal nichts mit ihr und ihren Problemen zu tun haben. Nur aufgrund ihrer Hartnäckigkeit ist Jesus bereit, sich auf sie einzulassen und ihre Tochter zu heilen. Hier wird deutlich, dass Jesus offen dafür war, vorgefasste Einstellungen zu überdenken und selbst umzukehren. Offenbar war der frühen Kirche diese Begegnung so wichtig, dass Matthäus sie aufgeschrieben hat.
Annette Jantzen schreibt in ihrem Blog zu der Stelle: "Wunder kommen nicht aus Machtworten, sondern aus der Hartnäckigkeit der Einen und dem Mut der Anderen, sich in Frage stellen zu lassen.“ (20. Sonntag im Jahreskreis // Zum Evangelium | Gotteswort, weiblich)