Besuch bei der Künstlerin Marti Faber in Zülpich:
Bei vielen ihrer Stahlskulpturen geht es um Begegnung, zwei Menschen sind einander zugewandt. Das Erleben ihrer Skulpturen in ihrem Garten und die Begegnung mit der Künstlerin selbst haben mich berührt und bereichert. Im Nachklang bin ich auf dieses Gedicht gestoßen:
Begegnung
Rainer Maria Rilke
Zu solchen Stunden gehn wir also hin
und gehen jahrelang zu solchen Stunden,
auf einmal ist ein Horchender gefunden –
und alle Worte haben Sinn.
Dann kommt das Schweigen, das wir lang erwarten,
kommt wie die Nacht, von großen Sternen breit:
zwei Menschen wachsen wie im selben Garten,
und dieser Garten ist nicht in der Zeit.
Und wenn die beiden gleich darauf sich trennen,
beim ersten Wort ist jeder schon allein.
Sie werden lächeln und sich kaum erkennen,
aber sie werden beide größer sein...
Jede Begegnung verändert, die Begegnung mit Marti Faber und ihrer Kunst hat mich „wachsen“ und „größer werden“ lassen.