Gestern Abend war ich mit dem Fahrrad unterwegs.
Alle paar Meter saß eine Kröte auf dem Weg.
Ich fuhr langsam Slalom, vorsichtig, damit keine unter die Räder kommt.
Jedes Jahr, wenn es Ende Februar, Anfang März wärmer wird, machen sich Kröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Sie sind nicht schnell. Nicht spektakulär. Aber sie sind beharrlich. Als würden sie etwas in sich tragen, das sagt: „Da musst du hin. Da beginnt Leben.“
Vielleicht kann uns das ein Vorbild sein. Manchmal geht es nicht darum, Neues zu erfinden oder sich selbst zu überholen. Manchmal geht es darum, zur Quelle zurückzugehen. Zum Ursprung. Zu dem, was uns trägt.
Vielleicht lädt Gott mich heute ein, langsamer zu werden: nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Achtsamkeit. Damit ich nicht übersehe, was leise, und nicht überrolle, was verletzlich ist — in mir und um mich herum.