Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.
Mt 1, 24a
Am 19. März feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Josef, ein Hochfest!
Josef, dem "Stiefvater" Jesu, kommt auf den ersten Blick eine "stiefkindliche" Rolle zu: Er ist nicht der Vater, vielmehr hat er sich in die Rolle dessen zu fügen, der das Kind seiner Frau und eines anderen annimmt. Von ihm wissen wir aus den Evangelien fast nichts, was nicht im Zusammenhang mit eben diesem Kind steht: Vor seiner Geburt wird ihm aufgetragen, Maria trotz dieses Kindes zu sich zu nehmen, und ihm wird der Name des Kindes mitgeteilt, den er selbst nicht gewählt hat; unmittelbar nach der Geburt erhält er die Weisung, vor der Verfolgung durch Herodes nach Ägypten zu fliehen; und ein letztes Mal begegnen wir ihm, als er den Zwölfjährigen im Tempel sucht, findet, ihn wiederum mit- und aufnimmt und dafür auch noch eine harsche Zurechtweisung durch diesen noch nicht einmal halbwüchsigen Jungen einstecken muss, da er sich doch habe denken können, wo der sich aufhalte. -
Wirklich, Josef hatte es nicht leicht; seine Demut wurde manches Mal auf eine harte Probe gestellt.
In der christlichen Ikonographie wird er häufig als Schlafender dargestellt. Das passt vermeintlich zu der Rolle des passiven Begleiters ohne eigene Initiative und Handlungsmacht. Doch ist der Grund für diese Art der Darstellung eine andere: Josef ist der Mann, dem Gott sich im Traum zuwendet - jemand, der Gottes Nähe erfährt, nicht weil er besonders klug, stark, mutig oder einflussreich wäre, sondern anscheinend nur deshalb, weil Gottes Botschaft bei ihm auf fruchtbaren Grund fällt.
Dies wäre kaum möglich gewesen, wenn er nicht auch hellwach gewesen wäre für den Anruf, der ihn erreichte.
Wir sollten Josef nicht unterschätzen.