Den Menschen fällt es immer leichter, öffentlich anzuklagen.
Draufzuhauen, das Fehlende zu benennen, runterzumachen. In den sozialen Medien, den Kommentarspalten, in WhatsApp-Gruppen.
Unsere Zeit ist reich an Beleidigungen, Erniedrigungen, Verrissen. Und sie ist im Vergleich recht arm an Zuversicht, Lob und Anerkennung.
Kritik muss sein. In allen Bereichen unseres Lebens. Aber jede und jeder muss sich bewusst sein, welche Macht in Sprache liegt.
Worte können aufrichten, Hoffnung machen, sie können aber auch verletzen und psychisch krank machen. Verantwortung ist gefragt. Erst denken, dann schreiben beziehungsweise sagen.
Nicht, weil alles eigentlich gut ist. Sondern weil Menschen das Gute brauchen, um weiterzugehen. Wir dürfen nicht nur sehen, was schiefläuft, sondern auch das, was gelingt. Das mutmaßlich Kleine kann riesengroß sein.
Wer etwas Gutes ausspricht, verändert die Atmosphäre. Wer Hoffnung teilt, vermehrt sie. Und manchmal genügt ein einziger Satz, um einem Menschen neuen Mut zu schenken.
Gott, bewahre mich vor einem zu schnellen Urteil.
Schenke uns allen eine ausgewogene Betrachtung und den Blick für das, was schlecht ist, und für das, was gut ist.